Hauptarchiv Landkreis Ludwigsburg



Das Hauptarchiv des Landkreises mit ca. 10.000 Regalmetern fand seinen neuen Standort in einem alten Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert. Im EG wurden Rollregale auf einer neu hergestellten Betonsohle eingebaut, im OG befinden sich Pfostenregale auf der mit Stahl und Holz ertüchtigten Holzbalkendecke. Das Umnutzungskonzept von Kubeneck Architekten konnte nicht nur das ortsbildprägende Gebäude vor dem bereits genehmigten Abriss retten, sondern wirkt nun auch als Schallbarriere zur viel befahrenen Friedrichstraße für den dahinter entstandenen Büroneubau.

Ursprünglich diente das Gebäude zur Unterbringung von Soldaten und war über die Jahre mehrfach umgebaut worden. In den 1970er Jahren legte man den Abriss des Gebäudes im Bebauungsplan fest. Nach Zwischennutzungen wurde 2013 der Abbruch genehmigt, um für einen Neubau des Landratsamtes Platz zu schaffen.
Zeitgleich diskutierte man in Ludwigsburg intensiv über eine Gestaltungssatzung, in der neben den herausragenden Denkmälern auch die einfacheren Gebäude aus der Barock- und Gründerzeit unter Schutz gestellt werden sollten. Auf Bitten der Stadt sollte der Landkreis das Backsteingebäude erhalten, um die Richtlinien der künftigen Satzung vorbildlich vorwegzunehmen.
Das bisher im Keller des Neubaus vorgesehene Archiv verlegte Kubeneck Architekten deshalb in den Altbau. Die Wünsche bezüglich des Ortsbildes konnten so erfüllt, die Arbeitsbedingungen im Archiv mit natürlicher Belichtung und Belüftung deutlich verbessert und die Baukosten durch den Entfall teurer Kellerflächen reduziert werden. Mit Vorteilen für alle stoppte man den Abriss einvernehmlich.
In der Ausführung war eine umfassende Schadstoffsanierung erforderlich, die Konstruktion wurde an die höheren Lasten angepasst, der Brandschutz hergestellt, die Fenster ersetzt und die Haustechnik erneuert. Das Treppenhaus wurde in den nicht unterkellerten Bereich verlängert und mit einem Aufzug ergänzt, so dass alle umliegenden Gebäude des Landkreises barrierefrei über die Tiefgarage mit dem Archiv verbunden sind. In den ungenutzten Dachraum ist das Rückkühlwerk für den Neubau integriert.
Reparaturen hatten nach Möglichkeit Vorrang vor dem Ersatz von Bauteilen, um den Charme des Altbaus zu wahren, das Budget zu schonen und die Lösung angemessen für die einfache Nutzung zu gestalten.

Team: Christine Simet, Roberto Candido